Dr. Saal Dr. Hellwig Dr. Schmitz
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Handekzem

Hautreinigung

Beim Händewaschen wird nicht nur Schmutz, sondern auch der schützende Fettmantel der Haut entfernt. Waschen Sie daher die Hände möglichst selten und mit klarem, lauwarmem Wasser. Benutzen Sie keine herkömmlichen Seifen, sondern ausschließlich milde und rückfettende Feinseifen und Syndets. Trocknen Sie Ihre Hände sorgfältig ab, insbesondere in den Fingerzwischenräumen.

Hautpflege

Zur Behandlung von Handekzemen ist es notwendig, dass Sie der Haut bei der Regeneration des schützenden Fettmantels durch regelmäßiges Eincremen helfen. Dies sollte möglichst häufig über den Tag verteilt, insbesondere nach dem Händewaschen, erfolgen. Geeignet sind hierzu die meisten der gängigen Handpflegecremes, zu empfehlen sind z. Bsp. Xerand von der Firma Roche Posay, Neutrogena, Excipial Repair, Eucerin 5% Urea Handcreme (in Apotheken erhältlich). Machen Sie es sich zur Gewohnheit immer eine kleine Tube Handcreme in der Tasche zu haben und bei jeder sich bietenden Gelegenheit die Hände damit dünn einzucremen.
Über Nacht empfiehlt es sich eine etwas fettere Salbe (z.B. Eucerin 10% Urea Salbe, Excipial Fettcreme) zu verwenden.

Hautschutzcremes

Bei nicht zu vermeidendem Kontakt mit hautbelastenden Stoffen oder Feuchtarbeiten kann auch das vorbeugende Auftragen von Hautschutzcremes (z. B. Excipial Protect) sinnvoll sein.

Hautreizungen

Direkter Hautkontakt mit hautreizenden und entfettenden Substanzen sollte unbedingt und konsequent vermieden werden. Hierzu gehören sämtliche Reinigungsmittel, Waschmittel, Möbelpolituren und alle organischen Lösungsmittel (wie z.B. "Verdünnung" oder Benzin).

Hautkontakt vermeiden

Vermeiden Sie es Orangen, Grapefruits, Zitronen, Tomaten, Spargel, Rhabarber oder rohe Kartoffeln mit bloßen Händen zu schälen.
Haarlotions, Haarcreme, Wetgel und Haarfärbemittel sollten Sie nicht ohne Handschuhe auftragen.

Handschuhe

Bei kaltem Wetter sollten Sie immer Handschuhe tragen.
Lässt sich der Kontakt mit hautreizenden Stoffen nicht vermeiden, können Sie kurzfristig (möglichst nicht länger als 15 Minuten) Plastik- oder PVC-Handschuhe (keine aus Gummi, denn hierauf gibt es häufig Allergien!) tragen. Am besten ist es unter den o. g. Handschuhen dünne Baumwollhandschuhe (in der Apotheke erhältlich) zu tragen, diese oft zu waschen und sehr gut auszuspülen, um Waschmittelreste möglichst vollständig zu entfernen. Werden Ihre Hände in den Handschuhen feucht, sollten Sie diese sofort ausziehen.
Bei der Gartenarbeit ist das Tragen von Handschuhen unerlässlich!!
Tragen Sie während der Hausarbeit möglichst keine Ringe und nehmen Sie diese zum Waschen ab. Reinigen Sie Ihre Ringe an der Innenseite mit warmen Wasser und einer Bürste.

Geschirrspülen

Verwenden Sie möglichst nur lauwarmes Wasser und ein mildes Geschirrspülmittel, das Tragen von Handschuhen wäre vorteilhaft. Die beste Lösung für Ihre Hände ist der Einsatz einer Geschirrspülmaschine.

Abheilungsphase

Nach dem Auftreten eines akuten Ekzemschubes ist die Haut tiefgreifend geschädigt. Bis die Widerstandskraft der Haut wieder vollständig hergestellt ist, vergehen mindestens 4 Wochen. In diesem Zeitraum ist die Haut nicht voll belastbar. Zur Vermeidung von Rezidiven (neuen Ekzemschüben) sollten Sie die o. g. Punkte konsequent beachten.

Chronische Handekzeme

Die Behandlung von länger bestehenden, chronischen Handekzemen erfordert außerordentlich viel Geduld und Disziplin. Die Abheilungsphase erstreckt sich erfahrungsgemäß über viele Monate. Ein zu frühes Aufnehmen hand- und hautbelastender Tätigkeiten kann zu einem sofortigen Rezidiv führen und sämtliche bis dahin erfolgten therapeutischen Bemühungen zunichte machen.
Auch bei konsequenter Pflege und Schonung der Hände sind Rückschläge nicht immer zu vermeiden, bitte verlieren Sie trotzdem nicht Ihre Zuversicht und lassen Sie in Ihren Bemühungen nicht nach. Zu dem oben geschilderten Vorgehen gibt es keine Alternative.

Dyshidrotische Handekzeme

Bei dieser besonderen Form von Handekzemen sind die Schweißdrüsen in einer besonderen Weise mitbeteiligt. Es kommt wiederkehrend und schubweise zu stark juckenden Bläschen an den Hand- und Fingerseitenflächen. Davon ausgehend entwickelt sich manchmal ein sehr heftiger Ekzemschub. Es ist wichtig zu wissen, dass während der Bläschenphase keine zu fetten Cremes angewendet und keine Handschuhe getragen werden sollten. In der akuten Phase sind oftmals sogar austrocknende Lösungen (manchmal auch cortisonhaltige) sehr hilfreich. Auslösend für einen solchen Bläschenschub sind neben den o.g. Faktoren häufig Witterungseinflüsse (feucht-heißes Klima) oder auch psychovegetative Reize (s.u.).

Vegetative Steuerung der Hautfunktionen

Die Haut ist aufs Engste (ähnlich wie die Magenschleimhaut) mit dem vegetativen Nervensystem verbunden. Durchblutung, Stoffwechsel und insbesondere die Schweißdrüsentätigkeit, aber auch viele immunologische (Abwehr-) Vorgänge werden davon beeinflusst. Psychovegetative Spannungszustände können daher auf den Verlauf eines Handekzems erheblichen Einfluss nehmen.
Die Hände sind ein Teil von Ihnen. Mit ihnen "begreifen" Sie Ihre Umwelt und sie stellen mit einigen anderen Organen die Exekutive (ausführenden Organe) Ihrer Persönlichkeit dar. Mit ihnen treten Sie in Kontakt zu Ihrer unmittelbaren Umwelt und verändern diese. Ganzheitlich betrachtet können sich daher auch verborgene seelische Konflikte in einer Hauterkrankung der Hände ausdrücken.